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CM4DEMENZ - Effektivität und Effizienz des Case Managements in der ambulanten, sektorübergreifenden Basisversorgung Demenzkranker

Projektträger

Das Projekt wird an der Katholischen Hochschule Mainz im Fachbereich Soziale Arbeit durchgeführt. Prof. Dr. Peter Löcherbach und Prof. Dr. Thomas Hermsen bilden die Projektleitung. Das Centrum für angewandte Wirkungsforschung (CAW) sowie die Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) sind als Projektpartner ebenfalls an der Umsetzung beteiligt. Projektträger ist die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF).

Finanzielle Förderung

Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Förderung erfolgt im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms SILQUA-FH „Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter“.

Laufzeit

41 Monate von 01.05.2009 bis 30.09.2012

Beteiligte

Das Forschungsvorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, am Beispiel des Modellvorhabens „Ambulante Basisversorgung Demenz im Lotsentandem“ (LOTTA) des Trägerverbunds Demenz im Kreis Minden-Lübbecke, vertreten durch die PariSozial Minden-Lübbecke, die Effektivität und Effizienz des Handlungsansatzes in der ambulanten, sektorübergreifenden Basisversorgung Demenzerkrankter zu evaluieren. Die Studie umfasst eine Basisstichprobe von 55 in das Modellprogramm eingeschriebene Patienten mit Demenzerkrankung nach ICD-10 (40% Alzheimer Krankheit, 15% vaskuläre Demenz, 5% Demenz bei andernorts klass. Krankheiten sowie 40% nicht näher bezeichnete oder sonstige Demenz). Gegenstand ist eine intensive Patientenbegleitung auf der Basis des Case Managements (siehe unten), die auf die psychosozialen und pflegerischen Unterstützungsleistungen fokussiert. Der Verlauf und die Ergebnisse der Prozesse wurden über einen längeren Zeitraum mit einem umfangreichen Instrumentarium prospektiv abgebildet. Dabei wurden die Sichtweisen aller wesentlichen Verfahrensbeteiligten erfasst. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Belastungssituation der pflegenden Angehörigen. An der Studie waren ferner 22 Hausarztpraxen beteiligt. Dabei wurde insbesondere die Effektivität unterschiedlicher Kooperationsformen mit der Patientenbegleitung untersucht.

Projekthintergrund

Unter Case Management (CM) wird eine Vorgehensweise organisierter, bedarfsgerechter Hilfeleistung in Sozial- und Gesundheitsdiensten verstanden. CM richtet den Fokus auf den aktuellen Versorgungsbedarf von Klienten (Patienten- und Angehörigensystem), die mit multiplen Belastungen konfrontiert sind. Über einen definierten Zeitraum wird den Beteiligten die notwendige Unterstützung, Behandlung und Versorgung gewährt. Hierbei werden Zuständigkeiten von Einrichtungen, Dienstleistungen und Ämtern bei Bedarf neu arrangiert und Prozessabläufe optimal auf die erforderliche Hilfe abgestimmt. Dies setzt voraus, dass die erforderlichen Formen der Hilfe professionell geplant, implementiert und evaluiert wer-den und die Akteure für diese Form der sektorübergreifenden Netzwerkarbeit entsprechend qualifiziert sind. Im Vordergrund des Handlungsansatzes stehen Klienten- und Angehörigensysteme mit ihren sozialen Netzwerken, die durch fachgerechte Koordination und möglichst effiziente Leistungssteuerung umfassend versorgt werden.
Aufgrund bestehender Forschungsdefizite im Bereich der Evaluation von CM-basierten Versorgungsmodellen für Demenzerkrankte, fehlte es bis dato an einem wissenschaftlichen Nachweis zur Effektivität und Effizienz für vernetzte Strukturen im Bereich der ambulanten Basisversorgung.

Projektauftrag

Mit dem Projekt CM4DEMENZ werden vorrangig folgende Ziele verfolgt:

  • die Entwicklung, Erprobung und Implementierung von Evaluationsinstrumenten zur Ermittlung von Wirkungszusammenhängen (Effektivität und Effizienz),
  • die Entwicklung von Basismodulen zur standortübergreifenden Implementierung des Evaluationsverfahrens,
  • die Konzeption und Evaluation von Modulen zur Qualifizierung von Ärzten, Arzthelfer/innen und Mitarbeiter(inne)n in der Pflegeberatung nach § 7 a SGB XI und in Pflegestützpunkten nach § 92c,
  • die Bereitstellung wissenschaftlich erprobter Standards zur Ermittlung von Kosten-Nutzenrelationen in der ambulanten Versorgung von Patienten mit dementiellen Erkrankungen auf der Basis eines externen Benchmarking.

Projektergebnisse

Das Vorhaben liefert eine bisher im Bereich der Praxisforschung fehlende empirische Standortbestimmung von CM. Im Vordergrund steht nicht die theoretische, sondern die empirische Absicherung eines Verfahrens, das in der Demenzversorgung bisher nur auf unzureichende Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Sektorübergreifende Verfahren der ambulanten Basisversorgung von Demenz werden nicht nur evaluiert, sondern hinsichtlich ihrer Wirkungen und Kosten-Nutzenrelationen untersucht.
Den im Bereich der Versorgung Demenzkranker tätigen Einrichtungen und Diensten werden standardisierte Instrumente zur Überprüfung von methodischen Handlungsstrategien bereitgestellt. Die gewonnenen Ergebnisse liefern wichtige Informationen zur Qualitätssicherung und Dokumentation der Hilfeprozesse und tragen dazu bei, ein individuell optimal zugeschnittenes Hilfesetting für die Klienten und Angehörigen bereit zu stellen. Dies gilt ebenfalls im Hinblick auf die Konzeption von Fortbildungsmodulen für Fachkräfte in der Weiterbildung.

Downloads und Links

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Ansprechpartner

(für das CAW) Jens Arnold