Sie befinden sich auf der Seite: Startseite » Aktuelles » Newsreader

Fachtag 19.02.18 – Wirkungsorientierte Steuerung im Jugendamt

„Die positiven Ergebnisse geben nicht nur Bestätigung für die Bemühungen und konzeptionellen Anpassungen in der täglichen Arbeit der Mitarbeitenden, sie helfen uns auch, den Aufwand im Bereich der Hilfen zur Erziehung zu legitimieren“, so Lorenz Schmitz, Leiter des Jugendamtes aus dem rheinischen Brühl.

Das Jugendamt der Stadt Brühl hat sich im Rahmen einer internen Fachtagung am 19.02.2018 anhand einer aktuellen Stichprobe von rund 100 Fällen die Wirkungen im Bereich der Hilfen zur Erziehung genauer angesehen. Im Vergleich zur deutschlandweiten Stichprobe (EVAS) starten die Brühler mit tendenziell schwierigeren Ausgangslagen. Ihr Jugendhilfeklientel weist weniger Ressourcen und mehr Defizite als im Bundesdurchschnitt auf. Allerdings erreichen die jungen Menschen im Hilfeverlauf einen deutlichen Ressourcenaufbau sowie Defizitabbau. Zudem gelingt den jungen Menschen und vor allem auch den Eltern eine höhere Zielerreichung als im Bundesdurchschnitt.

Diese positiven Veränderungen im Hilfeverlauf drücken sich in einem entsprechend positiven Effektindex von +10 aus, welcher doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt ausfällt (siehe Abbildung 1). Der Gesamteffekt in Brühl gründet jedoch noch auf den ersten geringen Fallzahlen. Höhere Fallzahlen gilt es abzuwarten.

 

Abbildung 1: Effektindex

 

 

Der Effektindex liefert einen guten Orientierungspunkt für den Wirkungsdialog mit den Beteiligten. Er fasst die Veränderungen im Bereich der Ressourcen, Defizite und Ziele in einer Maßzahl zusammen. Liegt der Effektindex im jeweiligen Einzelfall bei null, so hat sich im Hilfeverlauf bislang keine deutliche Veränderung ergeben. Liegt der Effektindex im Minusbereich, so entwickelt sich diese Hilfe negativ und die negative Entwicklung der Hilfe nimmt auf Grundlage der Erfahrungen mit vergangenen Hilfen auch weiterhin tendenziell zu. Bei positivem Effektindex von beispielsweise +5 kann bereits von einer deutlichen Verbesserung der Situation des jungen Menschen im Rahmen des Hilfeverlaufs gesprochen werden.

 

Abbildung 2: Wirkungsorientierte Hilfeplanung und Steuerung

 

 

Der Nutzen mit WOS (siehe auch Flyer)

  •  Effektmessung
  •  Ressourcenorientierung
  •  SMARTe Ziele
  •  Teamstandards
  •  Gemeinsame Sprache
  •  Transparenz
  •  Wirkungsdialog
  •  

Mithilfe von WOS lassen sich die Effekte der Jugendhilfe in Zahlen, Daten und Fakten veranschaulichen. Die für den Effektindex zugrundeliegenden Veränderungen von Ressourcen, Defiziten und Zielen liefern eine gute Reflexionsgrundlage für die fachliche Steuerung bei der Hilfeplanung durch das Jugendamt.

Das Jugendamt der Stadt Brühl liefert mit den positiven Ergebnissen gute Nachrichten zur Zusammenarbeit von Jugendamt, jungen Menschen und deren Eltern sowie Helfern im Bereich der Hilfen zur Erziehung. Dies bestätigt auch der ausgeprägte Wirkfaktor Kooperation.

Bei näherem Interesse wenden Sie sich gerne an die Projektleiterin: Ninnia Craß unter crass@ikj-mainz.de.

Zurück