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ETG

Evaluation der ambulanten Erziehungshilfe im Trägerverbund der freien Jugendhilfe des Kreises Gütersloh

Auftraggeber

Trägerverbund der freien Jugendhilfe im Kreis Gütersloh (TVG)

Laufzeit

Das ca. zweieinhalbjährige Vorhaben ist bis März 2017 geplant.

Beteiligte

  • Trägerverbund der freien Jugendhilfe im Kreis Gütersloh: Stiftung Bethel, Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ostwestfalen-Lippe und Kreisverband Gütersloh, Christliches Jugenddorfwerk (CJD) Versmold, Caritasverband für den Kreis Gütersloh, Diakonische Werke Halle und Gütersloh sowie Jugendwerk Rietberg
  • Kreisjugendamt Gütersloh und Stadtjugendamt Rheda-Wiedenbrück
  • Um repräsentative Daten zu erhalten sollen ca. 500 ambulante Hilfen untersucht werden, die im Leistungsspektrum der §§ 29-31 SGB VIII angesiedelt sind. Dabei ist geplant, sowohl die jungen Menschen und Eltern als auch die begleitenden Fachkräfte (ambulante Helferinnen und Helfer sowie die ASD-Mitarbeiter/-innen in den Jugendämtern) zu den Rahmenbedingungen, Abläufen und Ergebnissen der Hilfen zu befragen.

Projekthintergrund

Der Trägerverbund der freien Jugendhilfe im Kreis Gütersloh (TVG) versteht sich selbst als ein innovatives Hilfesystem mit Modellcharakter für die ambulante Erziehungshilfe, das aus der Region für die Region eingerichtet wurde. Die freien Träger kooperieren seit 2004 im Trägerverbund. Dabei werden unter anderem eine bedarfsgerechtere fachliche Fallberatung sowie eine passgenauere und schnellere „Zuweisung“ auf die geeigneten pädagogischen Fachkräfte und spezifischen Angebote der Träger abgestrebt. Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den Jugendämtern soll zudem gewährleistet werden, wenn nötig schneller und unbürokratischer zwischen den Hilfearten zu wechseln. Somit steht der Bedarf des Einzelfalls und nicht die Zuordnung zu einem der Hilfeparagraphen im Vordergrund.

Im Zuge der steigenden Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen und dem damit verbundenen Kostenanstieg, steigt auch allgemein die Nachfrage nach flexibleren ambulanten und sozialräumlichen Hilfen, die besser auf die individuellen Bedarfe zugeschnitten sind und bereits präventiv helfen können, kostenintensive stationäre Maßnahmen zu vermeiden und familiäre Systeme zu erhalten. Die Kooperation im TVG bietet seit Jahren ein entsprechendes Modellkonzept, dessen Wirkungen und Wirkfaktoren allerdings bisher noch nicht systematisch erfasst wurden. Diese Lücke soll nun, im Zuge der Begleitung durch ein unabhängiges Forschungsinstitut, in wissenschaftlich fundierter Form nachgeholt werden. Die Erkenntnisse aus der Evaluation sollen unmittelbar in die pädagogische Arbeit der Fachkräfte des TVG und der Jugendämter einfließen und bei der Weiter- und Neuentwicklung der ambulanten Angebote berücksichtigt werden.

Projektauftrag

Im Rahmen der Evaluation sollen Forschungsfragestellungen aus drei Zielbereichen beantwortet werden:

  1. Bestandsaufnahme Effektivität und Effizienz: Wie wirksam sind die im Trägerverbund Gütersloh gesteuerten ambulanten Hilfen im Verhältnis zu bundesweiten Vergleichsdaten und „lohnt“ sich der Kooperationsaufwand auch im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Relation?
  2. Indikation: Kann durch die Zusammenarbeit im Trägerverbund tatsächlich eine höhere Passgenauigkeit bzw. „Zuweisungsqualität“ generiert werden?
  3. Identifikation von Wirkfaktoren: Welche Bedeutung haben die spezifischen Strukturen und Netzwerke im Trägerverbund? Welche Faktoren wirken sich besonders positiv auf die Ergebnisse der ambulanten Hilfen aus und wo lassen sich ggf. noch Optimierungspotenziale identifizieren?

Projektleitung

Ninnia Craß (IKJ)