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Wirkungsorientierte Steuerung für mehr Effektivität und Effizienz im Bereich der Jugendhilfe.

Ausgangslage

Jugendämter haben in Bezug auf die Durchführung der Leistungen der Jugendhilfe eine zentrale Steuerungsfunktion zu erfüllen. Im Bereich der Hilfen zur Erziehung (HzE) obliegt ihnen die Gesamtverantwortung gemäß § 36 SGB VIII für die Hilfeentscheidung und den Hilfeverlauf (Hilfeplanung). Jugendämtern fehlt es jedoch häufig an einer empirischen Grundlage für die Steuerung der Hilfen und der damit verbundenen Kosten. Die Kosten im Kernbereich der Jugendhilfe, Hilfen zur Erziehung, steigen fortwährend an. Die Kostenentwicklung setzt die Jugendhilfe zum einen unter enormen Erklärungsdruck und zwingt sie zum anderen dazu, das fachliche Handeln, die fachlichen Standards (neu) zu definieren. Wirkungsorientierte Steuerung ermöglicht eine Qualifizierung der Verfahren in der Kinder- und Jugendhilfe und kann zu einer fachlich sinnvollen Kostenbegrenzung beitragen.

Das Institut für Kinder- und Jugendhilfe hat mit dem Jugendamt der Stadt Kaiserslautern in einem einjährigen Prozess von Mai 2004 bis April 2005 ein Verfahren zur wirkungsorientierten Steuerung der Hilfen zur Erziehung entwickelt und seither erprobt. WOS entstand auf der Basis der Instrumente, Ergebnisse und Erfahrungen mehrerer Studien, insbesondere der „Jugendhilfe-Effekte-Studie“ (JES) und dem bundesweit eingesetzten Verfahren „Evaluation erzieherischer Hilfen“ (EVAS).

Ziele und Chancen mit WOS 5.0

WOS 5.0 bietet Ihnen ein individuell anpassbares Verfahren zur Evaluation und wirkungsorientierten Steuerung vorwiegend im Bereich der Hilfen zur Erziehung sowie der Hilfen für junge Volljährige und Eingliederungshilfen.

Grundsätzlich werden mit WOS 5.0 fünf Zielsetzungen verfolgt:

  1. Sozialpädagogische Diagnostik: Durch die einheitliche Dokumentation erfolgt eine standardisierte, systematische und anonymisierte Fall-Erfassung, u. a. mit fachlichen Einschätzungen zu Ressourcen, Defiziten und der Befähigung des jungen Menschen sowie dessen Familie.
  2. Wirkungsmessung: Aus den erfassten Daten kann für das Jugendamt ein ausgefeiltes Berichtswesen zu den Wirkungen auf unterschiedlichen Berichtsebenen generiert werden.
    Auswertungen und entsprechende Steuerung sind für viele Bereiche schnell und einfach möglich, beispielsweise:
    - hilfeartspezifisch, z. B. stationäre Hilfen,
    - einzelfallspezifisch,
    - jugendamtspezifisch.
  3. Wirkungsorientierte Steuerung: Auf Grundlage des differenzierten Berichtswesens ist eine empirisch abgesicherte wirkungsorientierte Steuerung auf den verschiedenen Ebenen möglich.
  4. Qualitätsanalyse: Unter Bezugnahme auf die vorhandene Strukturqualität der Leistungserbringer und die Erfassung der Prozessqualität werden die Effekte der Hilfen sichtbar (Ergebnisqualität) sowie die zugrunde liegenden Wirkfaktoren.
  5. Transparente Dialoge: Die partizipative Datenerfassung und gemeinsame Interpretation der dokumentierten Hilfeverläufe kann als Grundlage für die fachliche Hilfeplanung und Entscheidungen im Hilfeprozess genutzt werden. Gleichzeitig erleichtert die Transparenz die übergreifende Jugendhilfeplanung. Partner im Dialog sind beispielsweise jugendamtsinterne Abteilungen/Mitarbeitende, politische Fraktionen, Leistungserbringer oder andere Institutionen sowie nicht zuletzt die anspruchsberechtigten Familien. Der daraus resultierende Wirkungsdialog strukturiert die bisherige Dokumentation und wird mit den systematisch gesammelten Daten unterstützt.

Mit dem weiterentwickelten WOS 5.0 steht ein praxistaugliches Verfahren im Bereich der Jugendhilfe zur Verfügung. Bereits ein schlankes Set von Angaben zum Einzelfall reicht aus, um wirkungsorientiert steuern zu können. WOS 5.0 integriert den Ansatz zur Befähigung betroffener Familien nach dem Capability Approach. Die jugendamtsseitige Erfassung kann von Leistungserbringern und Adressaten ergänzt werden.

Mittlerweile liefern die Auswertungen der gesammelten Daten zu ca. 50.000 Hilfen Vergleichsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen. Ihre Daten lassen sich mit denen der bundesweiten Stichprobe vergleichen und nach unterschiedlichen Kriterien filtern.

WOS 5.0 liefert Ihnen Grundlagen für die (Jugend-)Hilfeplanung und zur fundierten Ausgestaltung der Qualitätsentwicklungsvereinbarungen (§ 78b SGB VIII).
Das Verfahren wird an Ihre Gegebenheiten und Bedarfe vor Ort angepasst. WOS 5.0 steht Ihnen bspw. mit Vorlagen in den Varianten WOS-Classic und WOS-Cap zur Verfügung.
Wir gewähren höchste Sicherheitsstandards für Ihre Daten und stehen mit unserem Support (online, telefonisch sowie persönlich) zur Verfügung.

Kosten

Da es sich um ein Evaluationsverfahren handelt, das auch zu wissenschaftlichen Zwecken nutzt, werden nur die tatsächlichen Kosten erhoben. Die tatsächlichen Kosten werden in einer Pauschale auf Grundlage der Fallzahlen vom Vorjahr erhoben. Zusätzlich werden Kosten für Fachtage und ggf. weitere individuelle Extraleistungen erhoben. Es wird für jedes interessierte Jugendamt ein individuelles Angebot zu den gewünschten Leistungen erstellt.

Beratungs- und Fortbildungsangebote rund um WOS 5.0 finden Sie hier.

Allgemeine Informationen zu WOS 5.0 erhalten Sie in unserem Flyer (für PDF hier klicken).

Vereinbaren Sie gerne einen kostenlosen Kennenlern-Termin mit uns.

Projektleitung: Ninnia Craß (IKJ), E-Mail: crass@ikj-mainz.de